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Schweizer Junioren Eishockey – Silbermedaille = goldene Chance

Der verdiente Gewinn der Silbermedaille in Kopenhagen wurde von der ganzen Schweiz entsprechend gefeiert. In den Kommentaren wird auf den Fortschritt des Schweizer Eishockeys in den vergangenen 20 Jahren hingewiesen, dessen Grundstein die Juniorenförderung bildet. Hat sich das Schweizer Junioren Niveau seit dem Gewinn der letzten Silbermedaille in Stockholm weiter verbessert?

Die Antwort ist Nein. Sie ist immer noch gleich gut wie vor 5 Jahren mit dem Unterschied, dass die Top 6 Nationen weitere Fortschritte machten und sich der Abstand der Schweiz dadurch wieder ein bisschen vergrössert hat.

Auf den ersten Blick ist dies widersprüchlich wenn man dies mit dem Erfolg der Nationalmannschaft und der steigenden Anzahl von Schweizer Spielern in der NHL misst. Aber die Zahlen und Tatsachen belehren einem anders.

  • Bereits sind 17 Jahre verstrichen seit dem Gewinn einer Medaille einer Schweizer Junioren Auswahl an einer Weltmeisterschaft und 8 Jahre seit die U20 den Halbfinal an der Junioren Weltmeisterschaft bestritt.
  • Die Mehrzahl der Schlüsselspieler des Kopenhagen Teams, mit Ausnahme von Corvi, Diaz, Genoni und Josi, verliessen die Schweiz in jungen Jahren und wurden weiter in Nordamerika und Schweden ausgebildet.
  • Wenn man die Anzahl NHL Spieler [QuantHockey] der Saison 12/13 mit der Saison 17/18 vergleicht schneidet die Schweiz mit einer Steigerung von 87 % (von 8 auf 15 Spieler) eigentlich gut ab. Gleichzeitig hat sich aber die Anzahl von Schweden in der NHL um 56 % erhöht (von 63 auf 98) und der Finnen um 40 % (von 30 auf 42) d.h. quantitativ haben die Nordländer weiter zugelegt wie auch die Russen (von 29 auf 39).
  • In der letzten Draft stellte die Schweiz wohl den Nr. 1 Pick. Dieser historische Tag verdeckt die Tatsache, dass nur drei Schweizer gezogen wurden, verglichen mit 27 Schweden, 23 Finnen und 9 Tschechen!

Die nachfolgende Tabelle ist sehr aufschlussreich und zeigt auch wo der Schlüssel zur Verbesserung der Schweizer Junioren Ausbildung liegt.

 

      • Die Anzahl der Schweden in der NHL ist über 6 Mal höher als die der Schweiz. Auch ist die Anzahl von Tschechen und Finnen in der NHL mehr als 100 % höher als die der Schweiz.
      • Die Zahl, die am meisten herausragt ist die Anzahl von U20 Spielern der Schweiz im Vergleich mit den Top 6 Nationen und, ganz besonders, im Vergleich zur Gesamtbevölkerung. Am besten schneidet wie erwartet Kanada ab wo die Anzahl U20 Spieler einen Anteil von 1.2 % der Bevölkerung ist, gefolgt von Finland (0.7 %), Schweden (0.4 %) und Tschechien (0.3 %) vor der Schweiz mit 0.2 %.

Mit anderen Worten wenn Swiss Hockey (d.h. die Klubs) die Gelegenheit der Begeisterung, die der Gewinn der sonntäglichen Silbermedaille auslöste, ausnützen können, besteht ein einmaliges Potential das Niveau des Junioren Eishockeys erheblich zu verbessern. Man stelle sich vor, beim prozentuellen Gleichziehen mit Tschechien (0.3 %) erhöht sich die Anzahl der Junioren in der Schweiz um über 10,000 Spieler! Diese Anzahl von Spielern würde den Druck von unten merklich erhöhen was dazu beitragen würde, eine der Grundschwächen der Schweizer Junioren zu verbessern, die mentale Härte.

Fazit: Die Schweiz hat die Möglichkeit den Top 6 Nationen, in naher Zukunft, näher zu kommen und aus den Top 6 die Top 7 zu machen!

 

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